Amateurfunk im Ausland – Lizenz, CEPT & Tipps für den Urlaub
Ein Erfahrungsbericht von Steffen, DJ1SG
Darf ich mit meiner Amateurfunkgenehmigung auch im Ausland funken?
Die Antwort lautet: Ja! – zumindest in den meisten Fällen.
Was du wissen musst, erfährst du hier.
Was ist CEPT und was bedeutet das für mich?
Inhaber der deutschen Amateurfunkgenehmigung Klasse E oder A dürfen in allen Ländern,
die das CEPT-Abkommen implementiert haben, ohne zusätzliche Genehmigung
vorübergehend Funkbetrieb machen. In den meisten EU-Ländern ist das der Fall!
Die Dauer ist auf maximal 3 Monate begrenzt – für einen normalen Urlaub völlig ausreichend.
Checkliste vor der Abreise
Vor dem Urlaub solltest du folgende Punkte klären:
- CEPT-Mitglied? – Ist das Zielland im CEPT-Abkommen?
- Novice-Klasse (ECC)? – Wurde die Novice-Klasse im Zielland implementiert? ‚
Wichtig für Inhaber der Klasse E! - Erlaubte Bänder & Sendeleistung – Diese können im Ausland abweichen!
- Rufzeichen-Präfix – Welchen Landeskenner musst du vor oder
hinter dein Rufzeichen setzen? - Funkgerät erlaubt? – In manchen Ländern gibt es strengere Vorgaben
für bestimmte Hersteller (z. B. in der Schweiz).
Alle aktuellen Infos liefert die tagesaktuelle DARC CEPT-Länderliste (PDF).
Praxisbeispiel: Amateurfunk im Urlaub in den Niederlanden
Ich war bereits dreimal mit meiner Funkausrüstung in den Niederlanden –
zweimal mit DO-Call (Novice-Lizenz) und einmal mit DJ-Call (HAREC).
Lizenzklassen in den Niederlanden:
| Klasse | Präfix | Entspricht |
|---|---|---|
| Full Licence (F) | PA–PH (außer PD) | Klasse A (HAREC) |
| Novice Licence (N) | PD | Klasse E |
| Relais & Klubstationen | PI | – |
Für Gastfunkamateure (max. 3 Monate) gelten folgende Präfixe:
- Novice: PD/DO1XXX
- HAREC: PA/DL1XXX
Wichtige Besonderheiten in den Niederlanden:
- Für die Novice-Licence sind nur die Bänder 40m, 20m und 10m erlaubt
- Die maximale Sendeleistung für HAREC-Inhaber beträgt 400 Watt – weniger als in Deutschland (750W)
- Die Ablagefrequenzen von Relaisstationen unterscheiden sich – und variieren sogar je nach Provinz!
Weitere Infos & Quellen
Das Auslandsreferat des DARC bietet ausführliche und aktuelle Informationen zum Thema
Funken im Ausland: darc.de – Funken im Ausland
Wir können und dürfen in Einzelfragen rechtlich nicht beraten – bitte nutze für spezifische
Fragen immer die offiziellen DARC-Quellen.
Fazit
Ist alles gecheckt und gut vorbereitet? Dann kann es losgehen! Amateurfunk im Ausland
macht sehr viel Spaß. Es bringt eine neue Perspektive ins Hobby – und die Verbindungen
aus dem Urlaubsland sind immer etwas Besonderes.
Lies auch unseren Erfahrungsbericht: Funken im Urlaub in den Niederlanden –
mit POTA-Aktivierung und 125 QSOs!
Fragen? Komm zu einem unserer OV-Abende in Scharbeutz – wir helfen gerne!