Portabelausrüstung von Steffen DJ1SG
Für den portablen Funkbetrieb gibt es sehr viele Ansätze und
Aufbaumöglichkeiten. Von gewichtsoptimiert für POTA und SOTA,
mobil aus dem Auto heraus. Oder mit dem Fahrrad, bis hin
zum Fieldday für mehrere Tage.
Ich habe mir persönlich ein „modulares“ System zusammengestellt.
Es fängt an bei einem „autarken Funkrucksack“ und umfasst mehrere
Ergänzungen wie Zusatzgeräte, zusätzliche Antennen und Akkus.
Zudem tut bei mir ein Yaesu FT-891 im portabel Betrieb seinen Dienst,
der wunderbar für „Rucksacklösungen“ passend ist.
Und da es nicht die EINE Lösung gibt schaue ich mir immer wieder
Beiträge und Videos zu dem Thema an.
Meine Ausrüstung ist inspiriert vom OM Heinrich DO1HFS
(Youtube: Funkfieber) den Draussenfunkern sowie
verschiedenen amerikanischen Funkamateuren,
die man in den sozialen Netzwerken verfolgen kann.
Ich halte Rucksäcke für effizienter als die sogenannten „Funkkoffer“.
Wo Funkgerät, Akkus und 1 Antenne etc. unterkommen sollen.
Es sollte ein taktischer Rucksack werden, aber welcher?
Diese Entscheidung ging einher, mit der Überlegung wie ich die
Stromversorgung also den Akku in den Rucksack integrieren kann.
Die Entscheidung fiel auf einen taktischen Rucksack mit
verschließbaren Außentaschen. In diese Außentaschen
passen flache Eremit LifePo4 Akkus hinein.
Ich habe dann, kleine Löcher in die Innenwände des Rucksacks geschnitten.
Diese mit passenden Gummitüllen ausgefüllt. Durch diese führen dann die
Stromkabel bis zum Fach, wo sich der Tranceiver befindet.
So kann der Tranceiver auch im Rucksack betrieben werden, falls es
regnet. Es ist aber zu empfehlen, wegen der Wärmeentwicklung,
den Tranceiver außerhalb des Rucksacks zu betreiben.
Ich entschied mich für 2 flache 12V/6A Akkus von Eremit, pro Außentasche,
die ich parallel geschaltet habe. Um mit einem Akkupaar auf 12V/12A zu kommen.
Die Flachakkus lassen sich mit samt der Kabel gut in die Seitentaschen unterbringen.
Alternativ passen 4 Flachakkus auch gut in
so eine Molle-Tasche hinein.
Für den Fall, wenn es mal mehr Power sein darf.
Oder auch für „Notfälle“ habe ich 2 Eremit Akkus
im „Case-Format“ in einem kleinen Koffer
zusammengeschaltet.
Die Stromkabel verlaufen außerdem zu
einer eingeschraubten PowerPole Buchse
im Deckel des Koffers.
Der Akkukoffer liefert somit ebenfalls 12V/24A und
kann zudem noch das 5A Ladegerät beherbergen.
Im Rucksack kann noch ein GFK-Mast gesteckt werden und
mittels Abspannset dann draußen aufgebaut werden.
Da ich nicht gut im Binden von Knoten bin,
setze ich fertige Abspannseile mit Karabinerhaken ein.
Es gibt inzwischen viele portable Antennen. Meine Basis für eine vertikale
Antenne ist die Difona HF-P1. Basis deswegen, weil ich sie modifiziert
habe und noch weitere Experimente durchführen werde.
Zum einen setze ich einen 5,6m langen Teleskop aus Fernost ein,
mit einem M10 Gewinde, anstatt des Originalen und deutlich kürzeren.
Des weiteren verwende ich eigene Radials Lambda ¼ für 10-40m.
Trotz anders lautender Angaben ist die Antenne am wirkungsvollsten
auf den Bändern 10-40m. Für die unteren Bänder dann mit
entsprechenden Modifikationen, wie beschrieben.
Ich habe mir dazu noch eine alternative Halterung als Bodenspieß gebaut.
Auch setze ich öfter 1 elevated Radial ein. Dann wird die Antenne quasi
zu einem „Winkeldipol“.
Es ist zudem geplant, die Antenne zu einer „POTA PERformer“ umzubauen,
nach KJ6ER. Bedeutet, dass 2 elevated Radials in einem 90° Grad Winkel
aufgebaut werden. Diese sind dann entsprechend auf das jeweilige Band
abgemessen. Hierzu folgt ein separater Beitrag.
Ich habe für das Manpack ein eigenes Antennenkabel gebaut.
Und mich für ein Aircell 5 entschieden, entgegen einem RG58.
Weil ich die Aircell-Kabel als mechanisch robuster empfinde,
denn nach meiner Erfahrung nach werden Steckverbindungen
an einem RG58 mit der Zeit schlechter.
Auch sollte eine Mantelwellensperre in das Kabel integriert werden.
Und Aircell5 lässt sich – wie ein RG58 – noch um einen Ferritkern wickeln.
Ich habe 11m Kabel groß abgemessen und geschnitten. Rund 2m von einem Ende
des Kabels markiert (mit einem Isolierband) und ab der Markierung den Ferritkern eingefügt.
Eine Mantelwellensperre „schluckt“ etwa 1m Kabel, so dass das
Kabel auf ca. 10m Gesamtlänge kommt.
Für Portabel-Betrieb bieten sich außerdem EFHW-Drahtantennen an.
Meine EndFed Antenne basiert auf einen Bausatz von Bonito.
Enthalten ist ein 1:49 UnUn sowie ca. 18m Draht, der ohne
zusätzliche Spule auf 20m & 40m resonant ist.
Ein weiteres Projekt für 2026 ist die Fertigstellung eines einfachen Steckdipols.
Diese soll dann für die Bänder 10m, 15m, 20m & 40m ausgelegt werden.
Eine weitere Molle-Tasche (eigentlich für 1. Hilfesets ausgelegt)
beherbergt meinen manuellen Tuner. Sowie verschiedene
Adapter und eine Mantelwellensperre für den Sendeausgang.
Für meine vertikale Antenne benötige ich keinen Tuner,
aber für die EndFed optimiert er hier sehr gut die Abstimmung.
Auch ein Heil Headset, samt Kabel & Taster
passen in die Tasche.
Nun also doch ein „Funkkoffer“.
Mir kam die Idee einen vielseitigeren „Digitalkoffer“ mittlerer Größe
zu konfigurieren. Schnell die Maße meines Tabletcomputers und
des XEIGU G90 genommen und schon war er gefunden und bestellt.
Inhalt: XEIGU G90 + Soundinterface für digitale Betriebsarten
wie FT8. Dazu Mikrofon, Stromkabel und mit Heißkleber fixierte
12V/6A Flachakkus an der hinteren/unteren Wand des Koffers.
Die Akkus lassen sich jedoch bei Bedarf auch herausnehmen,
dazu müssen nur die Kabelbinder gelöst werden.
Auch hier führt eine Kabelverbindung zu einer eingeschraubten
PowerPole Buchse im Deckel.
Mit 12Ah kann der XEIGU G90 in SSB und FT8 einige Zeit
betrieben werden. Zudem kann ich mein Tablet über die Akkus laden.
Wenn es zu einer größeren Draussen-Aktion geht oder auch in den Urlaub,
dann will möglichst alles gut und sicher untergebracht werden.
Für diese Fälle habe ich mir großen einen Transportkoffer
mit den Maßen: 56cm x 42cm x 21cm zugelegt.
Hier passt so ziemlich all mein Zusatzequipment in den Koffer.
Auch ein Tabletcomputer geht noch mit rein.